Energiespeichersysteme
Woran Sie bei der Energiespeicherung denken sollten.
Berry Looijen ist technischer Spezialist bei Hagelunie. Er besucht landwirtschaftliche Betriebe und berichtet uns, was er dort vorfindet: „Energie kann man ins Netz einspeisen, aber häufig ist die Netzkapazität für die erzeugten Mengen nur begrenzt. Dann kann man Energie speichern. Das ist für den Eigenverbrauch nützlich, wenn es nicht sonnig ist. Man kann auch mit Energie handeln, da die Energiemärkte in Spitzenzeiten und wenn die Sonne nicht scheint, bereitwillig für zusätzliche Energie zahlen. Ein neues Einkommensmodell für den Gartenbau.“
Lithiumverbindungen sind brandgefährlich und können als giftige Gase und Dämpfe austreten. Lithium-Ionen-Batterien und -Akkus sind mittlerweile jedem bekannt, beispielsweise aus der Akku-Bohrmaschine (0,1 kWh), dem E-Bike (1 kWh) und dem Elektro-Auto (75 kWh). Die Energiespeichersysteme in einer zunehmenden Anzahl von Betrieben reichen von Kühlschrankgröße bis hin zu mehreren Seecontainern und verfügen über Kapazitäten von bis zu 5 MWh. „Dann hat man es auf dem Gelände wirklich mit Chemie zu tun“, stellt Berry Looijen fest. Akku- und Batteriesysteme bestehen aus Lithiumverbindungen, die (brand)gefährlich sind, wenn bei einem Feuer giftige Gase und Dämpfe austreten. Wenn man in einem landwirtschaftlichen Betrieb Energie in großen Mengen speichert, muss man diese Faktoren ernsthaft in Betracht ziehen. Entscheiden Sie sich für einen Standort im Freien und in sicherem Abstand. Energiespeichersysteme bergen Risiken. „Zuallererst muss man vor Feuer auf der Hut sein“, sagt Berry Looijen. Die Rauchgase, die sich bei einem Brand freisetzen, sind hochgiftig. Es ist wichtig, bereits bei der Standortwahl zu überlegen, in welche Richtung der Rauch auf Ihrem Betriebsgelände ziehen wird. Dieser Rauch sollte von Menschen, Tieren und Pflanzen ferngehalten werden. Das Löschen mit Wasser führt bei solchen Bränden zu einer erheblichen Umweltverschmutzung. Und bei Energiespeicherssystemen flammt ein solches Feuer immer wieder auf. Wir nennen dies Thermisches Durchgehen. Man kann kaum löschen, sondern höchstens kühlen. Manchmal dauert es Tage, bis man diese Form der Überhitzung in den Griff bekommt.“ Wer sich der möglichen Risiken bewusst ist, kann passende Maßnahmen treffen. „Vor allem sollte man Energiespeicherssysteme in sicherer Entfernung von den Betrieben und von Personen aufstellen“, rät der Experte. „Wenn der Platz nicht ausreichend sein sollte, erwägen Sie andere Lösungen. Eine Betontrennwand verhindert zum Beispiel, dass bei einem Brand die Hitze in das Gebäude eindringt.“ Maßnahmen treffen „Im Vorfeld kann man den richtigen Standort wählen und sicherstellen, dass eine Brandmeldeanlage mit geeignetem Löschsystem zur Verfügung steht“, fährt er fort. „Zum Beispiel ist es für das kontrollierte Ausbrennen eines Energiespeichers sinnvoll, wenn man den Container vollständig mit Wasser füllen kann. Dafür sind allerdings die richtigen Anschlüsse und eine ausreichende Wasserkapazität notwendig.“ Und noch ein weiterer Tipp: Mit einem guten Batteriemanagementsystem (BMS) hat man Einblick und Einfluss auf Zustand und Lebensdauer der Batterien. Ihr Lieferant wird Ihnen bei der Einrichtung behilflich sein und Ihnen erklären, wie das System funktioniert. Damit haben Sie ein sichereres Energiespeichersystem. Bei der Installation eines Energiespeicherssystems sollten Sie sofort einen Notfallplan ausarbeiten. Lieferanten, Feuerwehr und Versicherer sind Ihnen dabei behilflich. Ziehen Sie die geeigneten Personen hinzu. Gewarnt sein, heißt gewappnet sein - und zwei wissen mehr als einer. So funktioniert es auch bei solchen Investitionen. Genauso wie bei der Installation von Sonnenkollektoren haben Sie als Kunde mit vielen verschiedenen Akteuren zu tun. „Lieferanten, Bauträger, Installateure, Energiehändler, Versicherer: Das kann kompliziert sein“, weiß Berry Looijen aus Erfahrung. „Besonders, wenn sie einander widersprechen oder von landwirtschaftlichen Betrieben keine Kenntnisse haben. Erkundigen Sie sich nach den geltenden Vorschriften für die Installation. Die Normung für Energiespeichersysteme, die Lieferung, die Branderkennung und ein Notfallplan sind in Arbeit. Es besteht derzeit keine Genehmigungspflicht, aber es gibt Gemeinden und Provinzen, bei denen der Bau eines Energiespeicherssystems gemeldet werden muss. Haben Sie Fragen zu Energiespeicherssystemen und zur Sicherheit in Ihrem Unternehmen? Planen Sie die Installation einer Anlage, mit der Sie nachhaltig Energie erzeugen und speichern können? Beziehen Sie dann Ihren Makler rechtzeitig in die Planung ein und holen Sie sich nützliche Tipps! Ihr Berater vermittelt Ihnen auch gerne den Kontakt zu einem Risikoexperten von Hagelunie. Treffen Sie sichere Entscheidungen für Mensch, Tier und Umwelt. Mit den richtigen Maßnahmen sorgen Sie für den sicheren Gartenbau.
Häufig gestellte Fragen (Hier sind auch niederländische Normen enthalten)
Nein, es gibt viele verschiedene Arten von Energiespeichersystemen auf Lithium-Ionen-Basis. Zum Beispiel: LCO, LMO, NMC, LFP. Alle Systeme dienen dazu, Energie zu speichern und wieder abzugeben. Sie haben jedoch unterschiedliche Eigenschaften. Es kann Unterschiede hinsichtlich der Empfindlichkeit und der Wahrscheinlichkeit eines Thermal Runaway (Thermisches Durchgehen) geben.
Nein, es gibt keine nicht brennbaren Energiespeichersysteme. Gespeicherte Energie kann unbeabsichtigt freigesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, bewusste Entscheidungen zu treffen und dabei die richtigen Personen einzubeziehen.
Die Regierung erarbeitet kontinuierlich Normen zu diesen neuen Entwicklungen. Ein Energiespeichersystem ist Teil der elektrischen Anlage und hat bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Batterie-Energiespeichersysteme müssen diese Anforderungen ebenfalls erfüllen. Da Energiespeichersysteme noch relativ neu sind, ist davon auszugehen, dass sich die Normen weiterentwickeln werden. Behalten Sie diese selbst auch im Auge, wenn Sie in (naher) Zukunft auf ein Speichersystem umsteigen möchten.
Informieren Sie die Genehmigungsbehörde (z. B. Gemeinde), Ihren Netzbetreiber, Ihren Versicherer und die Feuerwehr. Erstellen Sie gemeinsam mit ihnen einen Notfallplan, damit im Voraus klar ist, wer welche Maßnahmen ergreifen kann und muss, zum Beispiel bei einem Notfall wie einem Brand.
Kleine Energiespeichersysteme mit weniger als 130 kWh können im Innenbereich aufgestellt werden:
- Platzieren Sie diese in einem eigenen Brandabschnitt, der mindestens 60 Minuten lang einem Brand standhalten kann.
- Bringen Sie keine wichtigen Prozesse oder andere Anlagen in diesem Abschnitt unter, wie beispielsweise Stromverteiler, Klimacomputer oder Notstromaggregat.
Stellen Sie ein Energiespeichersystem mit mehr als 130 kWh im Freien auf:
-
Wählen Sie einen sicheren Abstand:
- 5 Meter Abstand bei einem System von 130 bis 500 kWh
- 10 Meter Abstand bei 500 kWh bis 5 MWh
- 15 Meter Abstand bei mehr als 5 MWh
- Durch die Errichtung einer Betonwand schaffen Sie einen zusätzlichen Brandschutz, wodurch Sie die Auswirkungen von Hitze oder Feuer auf ein Gebäude verringern können. Denken Sie auch an andere Gebäude in der unmittelbaren Umgebung Ihres Betriebs.
Berücksichtigen Sie bei der Installation eines Energiespeichersystems auch Umgebungsfaktoren wie Staub, Feuchtigkeit und Gase. Die IP-Klasse des Energiespeichersystems gibt an, wie dicht das System gegenüber Staub und Feuchtigkeit ist. Die IP-Klasse sagt nichts über die Beständigkeit gegenüber Gasen wie Ammoniak aus.
Ein Energiespeichersystem ist ein zusätzlicher Stromlieferant. Es handelt sich um eine Erweiterung der elektrischen Anlage neben dem bereits vorhandenen Hauptanschluss und möglicherweise auch den Solarmodulen und einem Notstromaggregat. Die technische Anlage wird somit auf verschiedene Arten mit Energie versorgt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Installateur, ob die technische Anlage und der Hauptverteiler dafür geeignet sind.
Nein, ein Energiespeichersystem ist nicht als Notversorgung bei Stromausfall geeignet. Das Speichersystem ist nicht immer ausreichend aufgeladen, um einen Arbeitsprozess mit Strom zu versorgen. Dies bietet keine ausreichende Sicherheit.
Unsere Präventionsmaßnahmen für Energiespeichersysteme befinden sich in der Entwicklung. Diese Tabelle bietet Hinweise zur Vermeidung von Bränden, Vandalismus sowie elektrischen und mechanischen Schäden.
Leistung des Energiespeichersystems
| Situation | Bis 130 kWh | 130 bis 500 kWh | 500 kWh bis 5 MWh | Ab 5 MWh |
|---|---|---|---|---|
| Abnahmeprüfung gemäß NEN 1010 | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Im Freien aufgestellt | Ja, siehe 1. | Ja | Ja | Ja |
| Mindestabstand zu Gebäuden | 5 Meter | 10 Meter | 15 Meter | |
| Beton-Brandschutzwand | Ja, siehe 2. | Ja | ||
| Druckentlastung | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Kollisionsschutz | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Rauchmelder | Ja | Ja | Ja | Ja |
| CO-Melder | Ja | Ja | ||
| Löschsystem im Container mit minimaler Betriebszeit | Ja | Ja | Ja | |
| Stortz-Kupplung | Ja | Ja | Ja, siehe 3. | |
| Mindestvorrat an Löschwasser für 4 Stunden | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Notfallplan | Ja | Ja | Ja | |
| Batteriemanagementsystem | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Datenspeicherung | Ja | Ja | Ja | |
| Wartungsvertrag | Ja | Ja |
- Im Innenbereich, sofern der Brandschutzabschnitt mindestens 60 Minuten lang gegen Brandausbreitung und Brandübertragung geschützt ist. Nicht bei betriebsrelevanten Anlagen und Tierunterkünften.
- Ab einer Leistung von 1 MW.
- Mindestens 5 Meter Entfernung vom Energiespeichersystem.